Saturday, May 28, 2011

Indien aus der Perspektive einer Geschäftsreise

Einen schönen guten Morgen!

Heute nun der versprochene Erfahrungsbericht aus Indien.
Vorab: Die Inder sind stolz auf ihr Land und ihre Errungenschaften. Vermutlich vor allem deshalb, weil sie nicht wissen, wie schön es an anderen Orten dieser Welt sein kann. 

59 der 100 reichsten Milliardäre kommen aus Indien!
450 Millionen Inder leben unter der Armutsgrenze!
In Mumbai leben 22 Mio. Menschen. Damit ist Mumbai der weltweit größte Ballungsraum mit mehr Einwohnern als ganz Australien!
Und Indien ist Kricket Weltmeister und 3-facher Olympiasieger.

Leider sieht man ja – wie bereits in früheren Blogs erläutert – als Geschäftsreisender nicht all zu viel. Der Flughafen in New Delhi ist zwar neu (ca. 1 Jahr alt), aber sieht schon wieder alt aus. Es ist deutlich zu erkennen, wie schlampig gearbeitet wurde. Fliesen sind uneben gelegt und haben unterschiedliche Fugenbreiten. Deshalb sind auch schon einige gebrochen. Die abgehängten Decken sind nicht ordentlich eingehängt. Metallische Abdeckungen fangen schon an zu rosten und sind teilweise einfach so hingebogen. Es gibt einfach keine Facharbeiter. Wenn du heute als gelernter Tischler, Spengler oder Fliesenleger in Indien dein Geschäft aufmachst, kannst du sehr schnell gutes Geld machen. Mitarbeiter zu finden, die gewillt sind, einen Job zu lernen ist nicht das Problem, aber sobald sie ihr Geschäft beherrschen musst du den Lohn anpassen, weil Loyalität zum Arbeitgeber unbekannt ist. Für ein paar Rupie mehr wird die Firma gewechselt. Trotzdem haben mir meine Kollegen bestätigt, dass man als Handwerker in Indien immer einen gut bezahlten Job findet oder ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen kann.

Eine weitere Auffälligkeit sind die vielen Baustellen in Delhi und Mumbai. Erdhaufen neben den Straßen, Gerüste aus Bambus um viele Gebäude, fehlende Dächer oder Pflastersteine an den Gehsteigen,… es wird einfach nichts fertig. Wenn 80% funktionieren, warum dann noch Zeit für die fehlenden 20% investieren, die vielleicht gar nicht nötig sind? Pareto par excellance könnte man denken, aber leider funktioniert es eben nicht. Es ist nichts organisiert.
Wenn zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen, wird zu dritt nebeneinander gefahren. Sollte einer zu Nahe kommen, wird gehupt. Ach, gehupt wird ohnehin ständig. HORN PLEASE steht an der Rückwand jeden LKWs. Verkehrsregeln gibt es zwar irgendwo niedergeschrieben, aber gelebt wird das Recht des Stärkeren. Auch ein Einsatzfahrzeug, das uns überholt hat, muss sich dieser Tatsache beugen.
Der Straßenrand ist geprägt von Müll, Abwasserkanälen und Baracken, die als notdürftige Behausungen dienen. Zwischendurch immer wieder kleine Werkstätten von Mechanikern über Ziegelpressern bis zu Schneidereien. Auch Kindergärten und Schulen sind zwischen den Baracken zu finden. Teilweise ebenso nur aus Holzplanken und Blechresten.

Die besuchten Unternehmen können trotzdem ein enormes Wachstum aufweisen. Zweistellig zumindest. Arbeitskraft steht zur Verfügung – aber nur für einfache Aufgaben. Und Kapital ist auch vorhanden. Eine spannende Aufgabe aus Vertriebssicht. Es müssen neue Ansätze entwickelt und neue Argumente gefunden werden um den Kunden für automatisierte Anlagen begeistern zu können. Letztendlich muss sich die Investition langfristig in gesteigerter Wertschöpfung und höherem Shareholder Value widerspiegeln.

Am Abend konnte ich mir dann ein kulinarisches Bild von Indien machen. Das Essen schmeckt ausgezeichnet. Umfangreiche vegetarische Küche lädt zum Probieren ein – die Einladung hab ich gerne angenommen. Nur Koriander mag ich nicht so gern – Evelin schon. Gut wars, zumindest für den Moment. Am nächsten Tag hats mir dann nicht mehr so geschmeckt. Meine Verdauung hat sich nach und nach verselbstständigt und mir ihren Willen aufgezwungen L. In diesem Moment hab ich mich gefreut, dass ich noch am Sonntag in die Apotheke bin um mich mit Immodium akut Tabletten zu versorgen, so konnte ich wenigstens im Flieger auf meinem Platz bleiben.

Das Resümee: Indien ist sehr schmutzig, man fühlt sich ständig gestresst durch Lärm, Hitze, Gerüche und Menschenmassen und es ist alles sehr chaotisch und unorganisiert. Mag sein, dass es in den Provinzen ein wenig anders zugeht – wir werden es vielleicht noch rausfinden.

Der Taj Mahal liegt 4h vom Flughafen New Delhi entfernt und kann daher nur besucht werden, wenn ich mal einen Tag in Indien dran hänge – vielleicht beim nächsten Mal.     
Diesmal war die Erfahrung nicht sonderlich positiv, trotzdem freue ich mich auf einen weiteren Besuch – vor allem weil das bedeutet, dass wir bei einem der beiden Projekte einen Schritt weiter in Richtung Auftrag gekommen sind und eventuell Evelin mitkommen kann...

Euer Arnold!

Sunday, May 22, 2011

Thailand - die etwas andere Erfahrung!

Hallo, meine treuen LeserInnen!
Sawasdi krap! (Guten Tag auf Thai)

Diesmal kann ich euch wieder ein wenig von anderen Ländern erzählen.Obwohl man üblicherweise bei einer Dienstreise nur folgende Orte zu sehen bekommt:
1) Flughafen
2) Taxi
3) Besprechungsraum einer Firma
4) Hotelzimmer
5) Restaurant

Diesmal jedoch hatte ich ein wenig Zeit, um mir auch mal die Stadt ein bisschen näher anzusehen. Wir - d.h. Khun Wutichai (Khun steht für Herr, höfliche Anrede) und ich - wurden von unserem Kunden CPall (besitzt unter anderem die Kette 7eleven) nach dem ersten Meeting am Freitag zu einem exquisiten Mittagessen in einem Restaurant am Golfplatz eingeladen. Das hat mich irgendwie an das Essen am Golfplaty von Magna in Ontario, Canada mit Fred Gingl, Don Walker und Frank Stronach erinnert. Danach sind wir von CPall noch ins Hotel gebracht worden.
Leider hatte ich mir am Flug von Bangkok nach Khon Kaen (dort war der Geschäftstermin) das Kreuz verrissen, als ich meine Tasche von Gepäcksfach nahm. Khun Wutichai hat darauf hin vorgeschlagen, ich möge doch eine traditionelle Thai-Massage machen lassen. Der Vorschlag hat beim Kunden schon ein zartes Schmunzeln erzeugt. Als Anucha (Kunde) dann meinte, ich solle lieber eine moderne Massage ausprobieren, folgte schallendes Gelächter. Ich hab mich zwar nicht ausgekannt, aber konnte mir schon gut vorstellen, was der Unterschied war.
Im Hotel ließ ich mich dann von Wutichai überreden, eine Massage zu machen - am Zimmer! Naja. Nach 15min - ich hatte grade Zeit zu duschen - kam dann auch ein Mädel ins Zimmer. Sie sprach kein Wort Englisch, nuckelte an ihrer Wasserflasche und hatte nur eine kleine Handtasche dabei. Ich hab ihr dann mit Händen und Füßen zu verstehen gegeben, dass es mir um den Rücken geht, vor allem zwischen den Schulterblättern. Sie hat mich dann mehr schlecht als recht massiert - ohne Öl! - und mich immer irgendwie komisch angesehen. Ich glaube ja noch immer, dass sie sich was anderes erwartet hat. Nach ca. 45min hab ich ihr dann zu verstehen gegeben, dass es mir reicht und sie wieder weggeschickt. Die Rückenschmerzen waren noch immer da, aber wenigstens nicht schlimmer - noch nicht...

Wutichai und ich sind dann mit einem TukTuk (Erdgas-motorisiertes-Dreirad) in die Stadt gefahren und haben uns in einem Park mit ein paar Dinosaurierfiguren fotografiert. In Khon Kaen sind nämlich Fossilien von Dinosauriern gefunden worden und das wird so gut wie möglich touristisch ausgeschlachtet.
Nach einem obligatorischen Besuch im Shopping Center und einem guten, kühlen Heineken, sind wir wieder mit dem TukTuk zurück in Richtung Hotel um uns nebenan in einem Restaurant mit lokaler Küche mit dem Kunden zu treffen. Ich muss sagen, ich mag die Thai-Küche sehr gern - bis auf den Koreander, den mag ich nicht wirklich... Aber mit den 6l Bier, die wir zu dritt dazu getrunken haben (Kunde, Konkurrent und ich - Wutichai hat ein wenig ausgelassen), hab ich den Geschmack halt runtergespült.
Wir waren dann schon ein wenig angesäuselt, als Khun Anucha den Vorschlag brachte, noch ein wenig Karaoke zu gehen - wieder mit so einem geheimnisvollen Grinsen...ich sollte noch lernen, warum.

Praktischer Weise lag der "Karaoke" Club direkt in unserem Hotel. Als wir rein gingen und ca. 20 Mädels im Bikini auf der Tanzfläche standen, wusste ich schon wie viel es gespielt hat. Karaoke ist hier also dann doch etwas anders zu verstehen. Anstatt dem Mikro sollte die Dame also was anderes in die Finger und nahe an den Mund bekommen ;-)

Nachdem wir eine Flasche Whisky mit Soda und Cola vernichtet hatten und sich Wutichai bereits im Land der Träume befindet haben dürfte (nein, er ist einfach früher aufs Zimmer gegangen - alleine!), bin ich dem Ruf des Sandmännchens ebenfalls gefolgt und habe unseren Kunden mit den beiden Mädels, die sich zu uns gesellt hatten, alleine gelassen. Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass sich die Mädels - im Gegensatz zu einschlägigen Etablissements in Österreich - nicht aufdrängen und nur versuchen Gesellschaft zu leisten und ein bisschen mittrinken - aber keinen Piccolo, sondern Tiquila!


War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung!

Nachdem ich mich noch nicht an das deftige Frühstücksverhalten der Locals angepasst habe, viel meines eher dürftig, statt deftig aus. Ein wenig Jasmin-Tee, zwei Stück Toastbrot mit Butter und Marmelade und ein bisschen Obst: Melone, Apfel und Papaya.

Als das Meeting am Samstag Mittag dann vorbei war, hab ich mich schon aufs Heimfahren gefreut, als wir wieder zum Essen eingeladen wurden. Das Meeting war ein Briefing von allen möglichen Lieferanten über die nächste Installation im Norden Thailands. Wir waren ca. 20 Leute und sind zu einem klassischen, chinesischen Restaurant in der Nähe des Flughafens gefahren. Dort sind wir dann mit Teigröllchen, die mit gegrillter Entenschwarte und Frühlingszwiebeln gefüllt waren und gebratener Entenzunge verwöhnt worden. Ja, ein wenig knorpelig war die Zunge schon, aber was solls? Rein damit und runter! Ein bisschen Chili-Paste dazu zum Neutralisieren... Ente wird gern gegessen. Auch in rohe Krautblätter gerolltes Enten-Faschiertes wurde kredenzt. Alles in Allem ziemlich Enten-lastig, wie es eben in China so üblich ist.

Endlich waren wir dann am Flughafen und damit der neuen Heimat Singapur etwas näher. Heute versuche ich zu relaxen, habe Tabletten gegen Durchfall und Magenverstimmung gekauft und werde dann später wieder den Koffer packen - für Indien! D.h. wenn Evelin am Montag Abend in Richtung Singapur abfliegt, starte ich in Richtung Indien. Aber spätestens am Freitag gibt es ein Wiedersehen - ich freu mich schon riesig!

In diesem Sinne wünsche ich euch (und mir) eine angenehme nächste Woche und wir lesen uns in kürze mit einer neuen Erfahrung: Mumbai & Dehli

Sawasdi Krap!

Tuesday, May 17, 2011

Wieder zurück in Singapur

Hallo, meine lieben Daheimgebliebenen!

Ja, der Heimat(urlaub) ist für mich vorbei. Um ehrlich zu sein bin ich gar nicht unglücklich darüber. Es war schon ziemlich anstrengend...

Zuerst der Flug von Singapur um 12:30 nach Frankfurt. Dort sind wir gleich mit der Meldung konfrontiert worden, dass der Flug 1h Verspätung hat. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde eine bereits angesagte Verspätung wieder zurück genommen. Scheinbar fährt die Lufthansa jetzt eine neue Taktik um die Kundenzufriedenheit zu steigern: Konfrontiere den Kunden mit einer Verspätung - das ist er ohnehin schon gewohnt. Wenn der Flug dann doch rechtzeitig geht, dann ist der Kunde glücklich. So kann man aus einem Hygienefaktor einen Motivationsfaktor machen (vgl. Herzberg). The Motivation to Work

Wir sind also dann um Mitternacht angekommen und gleich ins Bett gefallen. Erkenntnis: Der Tagesflug ist angenehmer. Man kann nach der Landung schlafen gehen und vermeidet so den gefürchteten Jetlag. Bei einem Nachtflug muss man sich noch bis zum Abend wach halten, obwohl man in der Regel im Flieger nicht gut geschlafen hat. Das ist auch der Grund, warum ich heute nach der Landung gleich einkaufen war, die Wohnung gewischt habe und dann noch eine Stunde am Laufband und danach im Wirlpool war. Ich muss zwar müde sein (bei euch ist es ja erst 16Uhr) und trotzdem wach bleiben bis 22-23:00 meiner Zeit.

Zum Glück hatte ich einen sehr angenehmen Flug. Nach kurzer Verspätung in Wien bin ich in München von Ankunftsgate zu Abfluggate gegangen, direkt eingestiegen und hab einen gemütlichen Fensterplatz bekommen. Nach dem Abendessen (incl. einem Glas Wein) bin ich sofort eingeschlafen und hab nicht mal mehr gemerkt, wie mein Tablett abgeräumt wurde. Aufgewacht bin ich dann wieder um 7:00 (13:00) und hatte grad noch Zeit einen Film anzusehen bevor das Frühstück/Mittagessen gekommen ist und wir schon wieder gelandet sind. So einen Flug würd ich mir immer wünschen - und vor allem euch, wenn ihr uns besuchen kommt.

Wie wir in den letzten Wochen erfahren haben, stehen nun schon 3 Besuche fest:
Ende Juli-Anfang August
Mitte August
Ende Dezember
Wir freuen uns schon sehr darauf.

Die erste Woche war ich dann in Hannover und vom Flughafen Graz gings weiter nach Schwarzenbach zu meiner 30er Feier mit Familie und ein paar alten Freunden. Sonntag Muttertag. Montag Behördenwege für Evelin und retour nach Graz. Dienstag - Donnerstag im Büro und Abends auf Besuchen. Donnerstag noch der Businesslauf und packen für Singapur. Freitag Abend nach Wien zur 30er Feier von Flo, Samstag morgen nach Trog/Weiz zur Hochzeit bis Sonntag früh und direkt zurück nach Schwarzenbach. Am Sonntag noch schnell zum Feuerwehrheurigen incl. anschließendem Besuch von Verwandten und am Montag bin ich schon wieder im Flieger nach Singapur....

So, jetzt geh ich mich fürs Bettchen fertig machen. Am Donnerstag gehts wieder mal nach Thailand und am Montag, wenn Evelin ankommt, muss ich nach Indien. Bericht folgt!

Gute Nacht meine lieben Freunde und BlogleserInnen
Arnold

Tuesday, April 26, 2011

Ostern und alles was dazu gehört...

...in einer Fotostory!












Was schließt man aus dieser Fotostory? Bei den KroatInnen dreht sich zu Ostern alles nur um das Essen! Sogar Tage danach...erst heute wurde das letzte Ei heruntergew...ähm, nein, heruntergeschlungen! :-)

So, liebe Blog-LeserInnen, die Blogschreiberin und ihr Herr Gemahl verabschieden sich nun in den dreiwöchigen Urlaub. 

See you @home!

Sunday, April 17, 2011

Dies und jenes!

Erst gestern Abend, ca. 20 Uhr, hatten wir die Eingebung: heute ist doch Palmsonntag. Schneller als ihr euch vorstellen könnt, waren unsere geweihten Palmkätzchen, die wir aus Österreich mithatten, am Tisch. Puh...noch mal gut gegangen! An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Danke an die „Palmkätzchen-Organizierer“!

Ihr seht, die Uhren hier in Singapur, ticken anders…:-) Man vergisst alles um sich herum! 

Da Arnold, was die Berichterstattung betrifft, ganz streng ist, muss ich unseren Singapurfilm zwei Wochen zurückspulen und euch von den Erlebnissen vor zwei Wochen erzählen ähm schreiben. Ich hab ja letzte Woche nur von KL berichtet, meinte Arnold…

Gut, wie er meint! Über ein „Erlebnis“, das unsere Vici interessieren könnte.

Vor zwei Wochen haben wir es endlich gewagt. Wir haben uns massieren lassen. Zunächst die Fakten. Wo? Bei uns im Jurong Point. Was? Nacken- und Schulter(massage). Kosten? SGD 22,-- (Euro 12,26).  Nun die Eindrücke: Die Terminvereinbarung verlief problemlos und vor allem schnell. Massiert wurden beide von Männern, auf Sesseln, die aussehen wie Popo-Trainingsgeräte im Fitnessstudio, bei denen man auf dem Bauch „sitzt“ (mehr liegt) mit einem Loch für das Gesicht. Arnold „durfte“ sein T-Shirt ausziehen, ich wiederum wurde angezogen massiert. Und das aus einem einfachen Grund: Es war ein Massageraum, in dem sowohl Fußreflexmassagen als auch Nacken- und Schultermassagen gemacht wurden, d. h. wir waren nicht alleine! Gut…Da mein Masseur kein Öl verwenden konnte, nahm er ein Handtuch zur Hilfe. Er legte das Handtuch einfach auf die Stellen, die er mir gerade massiert hat und das hat -  will man es glauben oder nicht – sehr gut funktioniert. Er hat sehr fest massiert, teilweise etwas zu fest. Lockerte aber seinen Griff, nachdem ich ihn darum gebeten habe. Die Nacken- und Schultermassage beinhaltete natürlich die Massage des Nackens sowie der Schulter, darüber hinaus die Massage der Hände, bis zum kleinen Finger sowie die Massage des gesamten Rückens. Auch wenn es an manchen Stellen etwas schmerzhaft war, war das Gesamtergebnis dennoch verblüffend: Arnold und ich schwebten regelrecht in die Wohnung.

Das nächste Mal möchten wir es mit einer Fußreflexmassage versuchen. Eventuell lassen wir auch die Fische an unsere Füße heran. Fische und Füße? Ja, so was gibt es hier. Das nennt sich Fisch-Spa. Man setzt sich auf eine Bank, gibt die Füße ins Wasser und lässt seine Hornhaut von kleinen Fischen aufessen. Funktioniert angeblich super…

Sonst waren wir seit Langem wieder im Chinatown. Das letzte Mal waren wir zu Chinese New Year dort. Schlendernd, na Korrektur, eigentlich war es im Restaurant sitzend, entdeckten wir dort "Erichs Wuerstelstand". Da schaut ihr, gell? Gehört haben wir zwar schon davon, es aber nicht glauben können. Inmitten von chinesischen Ramschläden und Restaurants werkt Erich hinter seinem Thresen und verkauft Würstel und Brot. Natürlich haben wir gleich ein Brot mitgenommen und uns zu Hause eine Bretteljause gerichtet. :-)

Weiters haben wir wieder Uni Luft geschnuppert. „Unweit“ von uns befindet sich die NTU – Nanyang Technological University…Was uns dorthin verschlagen hat? Keine Angst, Arnold will nicht noch mal…Na was wohl? Ein Cache natürlich, den wir übrigens erfolgreich gehoben haben. Der Campus ist allerdings sehenswert. Ich bin mir dort vorgekommen, wie in einem kleinen Kurort. Hügelig, viel Grün, riesige Sportanlage samt Schwimmbecken, Shuttel-Busse, unzählige Wohnungen.


Sonst möchte ich euch noch einen Teil unserer Singapur-Bekanntschaften vorstellen:

Der flinke Leo

Der Genießer Nikki

Die schön(heitsschlafend)e Mona

Familienunternehmerin Julia

Andere Julia mit verschwitzter Evi

Diese Woche gibt es viel zu tun...daher höre ich jetzt auf. 

Wünsche allen einen schönen Wochenstart! 

Bid bald!

Sunday, April 10, 2011

Geglückter Tripp nach KL

Nach der unschönen Erfahrung mit Manila hatte ich da so meine Zweifel, was das weitere Verreisen aus Singapur betrifft. Mit Vorfreude und ganz viel Enthusiasmus buchten wir dennoch ganz kurzfristig Flug und Hotel in Kuala Lumpur. Am Tag vor der Abreise wurde ich unbewusst ein wenig nervös. Fing an die Wohnung zu putzen, zu bügeln, wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend zu laufen, die Sessel und Zeitungen am Tisch zu verrücken und zu ordnen (so eine Marotte von mir – hat was mit Aberglauben und meinem Papa zu tun). Arnold meinte nur irgendwann: Hast dich jetzt genug ausgesponnen?

Um 5 Uhr!!! am LCT – Low Cost Terminal angekommen, hatte ich plötzlich ein Déjà Vu. Ich überreiche dem Herrn hinter der „Budl“ meinen Pass. Er schaut ihn skeptisch an. Kleine Schweißperlen entstehen auf meiner Stirn. Arnold greift angespannt aber langsam ihn seine Tasche, um die Bestätigung der malaysischen Botschaft schnell vorweisen zu können. Pause. Wir brauche keine Bestätigung vorzuweisen. Alles klar. Ich bekomme meinen Boarding Pass! So weit so gut! Das kennen wir schon. In Malaysia angekommen, beginnt das ganze Prozedere noch mal. Ich überreiche dem netten Grenzbeamten meinen Pass. Gespannt beobachte ich seine Gestik und Mimik. Keine 30 Sekunden später habe ich einen Stempel im Pass! Wer sagt’s denn!!! Siehst Arnold, hat doch was gebracht, das Verrücken und Ordnen der Sessel, der Zeitungen und Schuhe.

Nun zu Kuala Lumpur. Erst am Donnerstag, d. h. einen Tag vor der Reise, haben wir geschnallt, dass der Grand Prix in unmittelbarer Nähe von KL stattfindet. Aber eigentlich berührte uns die Info gar nicht wirklich. Aber, dass da was im Gange war, bekamen wir schon zu spüren.

Was wir nun in KL gemacht haben, brauch ich euch nicht zu erzählen: Viel gegangen, im Vergleich zu Singapur viel Taxi gefahren, viel gestaunt, viel fotografiert und vor allem viel geschwitzt – so wie es sich für einen Städtetrip gehört. Gegessen haben wir nicht viel. Mir war nicht nach Essen…Dem Arnold auch nicht, nachdem er am Freitagabend etwas zu tief ins Bierglas geschaut hat!


Die Stadt ist ganz anders als Singapur, ganz anders. Inwiefern? Man kann die beiden Städte absolut nicht vergleichen, völlig konträr. Wenn Singapur Asien für Anfänger ist, ist Kuala Lumpur bzw. Malaysia Asien für Fortgeschrittene I und II. Als Fußgänger lebt man dort gefährlich. Keine bzw. wenige Ampeln/Verkehrszeichen, die berücksichtigt werden. Wenige bis fast keine Fußgängerübergänge. Völlig inadäquate Fußgängerwege…Es liegt viel mehr Müll und Dreck auf den Straßen und in Chinatown findet man mehr Garküchen als in Singapur vor. Architektonische Kontraste sind ausgeprägter vorhanden: alte (ältere), niedrige Gebäude, neben neuen hohen Wolkenkratzer. Kluft zwischen arm und reich ist vermehrt vorhanden bzw. ist überhaupt sichtbar. Der islamische Glauben beherrscht das Leben der Locals. Viele Gebäude wurden im Sinne des islamischen Glaubens errichtet. Unter anderem auch die Petronas Twin Towers sowie der KL Tower. Überhaupt ist das ganze Treiben in KL bunter, schriller, diverser und homosexueller als in Singapur. Wo in Singapur Homosexualität strengstens verboten ist, stoßen Homosexuelle in KL auf viel mehr Sympathie und Toleranz - verboten ist es trotzdem, aber es scheint die Leute nicht so sehr zu kümmern.
Am beeindruckendsten waren die Twin Towers, die Batu Caves und die Lake Gardens: die Towers wegen der impossanten Höhe und Architektur, die Batu Caves wegen der Lage und der Menschen, die zu diesen Höhlen pilgern und die Lake Gardens wegen der impossanten Bäume und Pflanzen, die man dort vorfindet.

KL war einfach beeindruckend und voller Staunen! Nun freuen wir uns schon auf die nächste Reise, die Reise in die Heimat. :-)

Wednesday, April 6, 2011

Multi-Kulti-Seminar

Letzte Woche waren die Geschäftsführer der Auslandsniederlassungen von Schäfer bei uns in Singapur. Die Aufgabe war, das Wissen in Richtung Lagerautomatisierung und Kommissioniersysteme aufzufrischen und zu vertiefen. Ein Tag Präsentationen von Virginia, Carsten, Brad und mir und am zweiten Tag Workshop und Case Studies, die ich leiten durfte.

Den Leuten hats gefallen, wir haben sehr positives Feedback bekommen, aber auch gesehen, dass unsere Erwartungen an das Know How der Niederlassungen nicht unbedingt erfüllt wurden. Wie auch immer – für mich war es eine tolle Bereicherung – sowohl technisch als auch kulturell.

Wir hatten Kollegen aus Thailand, Malaysien, Philippinen, Indonesien, Indien, China und Australien am Tisch. Eine bunte Mischung von Leuten mit unterschiedlichen Erfahrungen, Voraussetzungen aber auch Anforderungen. In den Pausen und während der Abendveranstaltungen war auch Zeit, die Leute näher kennen zu lernen. Unser Inder z.B. isst kein Fleisch und keinen Fisch – fast so wie Evelin ;-). Er ernährt sich vorwiegend von Obst und Joghurt. Blöd wenn es dann kein Joghurt gibt (wie z.B. im Seafood-Restaurant). Dann isst man halt trockene Nudeln mit Limetten… Naja. Aussehen tut er nicht unbedingt wie ein Vegetarier. Prata ist halt doch ziemlich Fett und Nudeln bestehen auch nur aus Kohlehydraten und damit aus Zucker.

Für mich war der Montag eine tolle, neue Erfahrung. Ich habe das erste Mal in meinem Leben Krabben gegessen. Ist eine riesen Sauerei. Zuerst hab ich mir mal angeschaut, wie die Kollegen das so machen. Dann mit beiden Händen zugegriffen, die Zange (die schon komplett voll Sauce war) genommen und zugedrückt. Ein bisschen zu fest leider: Aus der Krabbenschere hat sich ein Schwall Sauce über mein Hemd ergossen. Gott sei Dank war ich nicht der einzige, der sich angepatzelt hat. Unser Oberboss Brian hat nicht viel besser ausgesehen. Geschmeckt hat es aber sehr gut. Leider musste ich immer wieder daran denken, wie die Krabben üblicherweise zubereitet werden, was dem Appetit nicht unbedingt zuträglich war.

Der nächste Abend war dann ein kulinarisches Highlight – High in dreifacher Hinsicht. Das Dinner war am 75. Stock des Marina Bay Sands Hotels – am Deck des Schiffes, also high. Die Aussicht war traumhaft – incl. Sonnenuntergang über Singapur. Das zweite Highlight war das Essen. An die 10 Gänge mit kleinen Häppchen von Gemüse über Fisch und Seafood bis zu Ministeaks und exquisiten Dessert-Variationen. Köstlich. Der dazu kredenzte Wein aus Italien hat dann dazu beigetragen, dass ich mein 3. Highlight hatte – ein kleines „Spitzerl“ ist vielleicht noch untertrieben.

Unser Kollege aus Indonesien hat dann später die Gelegenheit genutzt ins Casino zu gehen. Wie wir am nächsten Tag erfahren haben, hat er sogar um die 500SGD gewonnen. Diese Erfahrung werde ich mit Evelin auch noch machen. Aber zunächst mal geht es ab nach KL (Kuala Lumpur).

Für brilliante Fotos wird hoffentlich unsere neue SLR-Kamera sorgen, die wir im Funan-Einkaufszentrum (Digital World) erstanden haben. Für diese Investition haben wir Ostern und Evelins Geburtstag zusammen gelegt. Bleibt nur zu hoffen, dass wir bis zu unserem Trip am Wochenende (also bis morgen) lernen, damit umzugehen.





Ach ja – Facebook leser wissen das bereits – ich hab mein erstes eBook gelesen. Hatte knapp 900 Seiten. Under the Dome von Stephen King. Komplett auf meinem Samsung Galaxy S9000i gelesen. Ziemlich komfortabel. Großes Display

und immer mit dabei. Den Großteil des Buches hab ich auf dem Weg in die Arbeit und in der U-Bahn gelesen. Tolles Buch.


So, jetzt freue ich mich schon aufs Kofferpacken (Evelin hat auch einen neuen Trolley bekommen) und auf unseren Ausflug nach KL und in unser erstes 5-Sterne Hotel mit Blick auf die Petronas Towers.



Reisebricht folgt nächste Woche!